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RedFoX Second Brain Framework · v1.0

Dein Wissenarbeitet mit.

Ein Betriebssystem für Wissen, das Menschen lesen und KI benutzen kann — damit du nicht jeden Montag dasselbe nochmal erklärst.

Hier steht das ganze System, nicht die Kurzfassung. Struktur, Regeln, Rituale — so, wie wir selbst damit arbeiten. Kein Teaser, hinter dem das Eigentliche wartet.

Wer es allein nachbauen will, findet auf dieser Seite alles Nötige. Wer schneller ankommen will, holt sich den Einrichtungs-Prompt oder uns dazu.

Das Problem

Die KI ist brillant im Moment und blind über die Zeit.

Chats sind flüchtig. Was ihr im Gespräch geklärt habt, ist in der nächsten Sitzung weg. Komprimierter Kontext wandert nicht in einen neuen Chat.

Wissen liegt verstreut. Notizen-App, Mails, Slack, Docs, Kopf. Nichts davon ist eine Quelle der Wahrheit — alles davon ist irgendwie eine.

Dokumentation ist Extra-Arbeit. Also passiert sie nicht. Und wenn doch, veraltet sie.

Jede Sitzung startet bei null, jeder Fehler wird zweimal gemacht, jedes Detail zweimal erklärt. Das ist kein KI-Problem — das ist ein Ablage-Problem.

Wir legen dein Wissen in einfachen Textdateien ab, nach festen Regeln, an einem Ort — und geben der KI die Anweisung, diesen Ort bei jeder Sitzung zu lesen und nach jedem Arbeitsblock von selbst nachzuziehen.

Kein neues Tool, das du bedienen musst. Ein System, das mitschreibt, während gearbeitet wird.

Die vier Schichten

Vier Rollen, sauber getrennt.

Genau diese Trennung ist der Unterschied zwischen „ein paar Notizen" und einem System, das trägt.

Kanon

Dein Wissensspeicher

Alles, was bleiben soll: Entscheidungen, Fakten, Anleitungen, Stände. Ein Vault aus Markdown-Dateien — lokal, durchsuchbar, auf jedem Gerät, in 20 Jahren noch lesbar.

Regel · Menschlich lesbar. Was ein neuer Mitarbeiter nicht versteht, taugt nichts.

Werkstatt

Deine Arbeitsebene

Schwere Artefakte: Transkripte, Exporte, Entwürfe, Rohdaten. Pro Vorhaben ein Ordner mit genau einem Stammblatt als Einstieg.

Regel · Die Werkstatt darf unordentlich sein. Der Kanon nie.

Gedächtnis

Die Zeiger

Schlanke Merker, die die KI automatisch in jede Sitzung lädt. Kein Inhalt — nur: „Thema X, Stand liegt hier."

Regel · Zeiger statt Kopien. Ein Merker, der Inhalte dupliziert, veraltet — und lügt dich dann an.

Werkzeuge

Wiederholbares Können

Arbeitswissen, das immer gleich abläuft: „so bauen wir X", „diese Falle gibt es bei Y" — als Skills, die die KI beim Arbeiten lädt, plus Zugänge zu deinen Systemen.

Regel · Wissen gehört dorthin, wo es beim Tun geladen wird. Steht es nur im Vault, wiederholt die KI Fehler, die längst dokumentiert sind.

Die sieben Gesetze

Regeln, die im Alltag entscheiden.

Jede einzelne stammt aus einem Fehler, den wir bezahlt haben.

Gesetz 1

Datei schlägt App

Alles Markdown im Klartext. Kein Tool nimmt dein Wissen als Geisel. Tools kommen und gehen, Textdateien bleiben.

Gesetz 2

Eine Wahrheit pro Info-Typ

Vor dem Anlegen prüfen, ob es das schon gibt. Zwei Notizen zum selben Thema sind schlimmer als keine — du weißt nie, welche stimmt.

Gesetz 3

Keine Insel

Jede Notiz hängt an einem Hub. Ordner sind die grobe Ordnung, Verlinkung ist das Netz. Was nirgends verlinkt ist, ist verloren.

Gesetz 4

Zeiger statt Kopien

Das Gedächtnis merkt sich den Weg, nicht den Inhalt. Inhalt wird genau einmal geschrieben.

Gesetz 5

Wissen dorthin, wo gearbeitet wird

Arbeitswissen in Skills — die Langfassung für Menschen in den Vault. Beide gepflegt, beide aktuell.

Gesetz 6

Stand sichern ist ein Ritual

Am Ende jedes Arbeitsblocks zieht die KI von selbst nach. Zusätzlich gibt es ein Triggerwort, das sofort alles abgleicht.

Gesetz 7

Keine Geheimnisse im Wissen

Zugangsdaten nur im Passwortmanager, in Notizen nur ein Verweis. Ein Vault wird synchronisiert und versioniert — ein Klartext-Passwort darin ist für immer drin.

Und die Trennlinie: Bereiche werden nie vermischt. Kundenwissen bleibt beim Kunden, Privates privat, Allgemeingültiges zentral. Diese Grenze ist verbindlich — für Menschen und für die KI.

Wie es aussieht

Ordner für die grobe Ordnung, Links für das Netz.

Vault (Kanon)
├── 00 Home.md                  ← Einstieg, verlinkt alle Hubs
├── Business/
│   ├── Kunden.md               ← Hub: alle Kunden
│   ├── Kunden/<Kunde>/
│   │   ├── <Kunde>.md          ← Stammblatt: Quelle der Wahrheit
│   │   └── Calls/              ← verdichtete Gesprächsnotizen
│   ├── Wissensdatenbank.md     ← Hub: Tools, How-tos, Verfahren
│   └── Eigene Projekte.md      ← Hub: eigene Vorhaben
├── Privat/Privat.md
└── Meta/                       ← Backlog, Konventionen, Protokolle

Werkstatt (Arbeitsebene)
├── ANWEISUNG.md                ← Betriebsanleitung für die KI
└── Projekte/<Vorhaben>/        Stammblatt · Dokumente · Assets

Gedächtnis
└── memory/                     INDEX.md + eine Datei pro Merker

Jede Notiz trägt ein kleines Kopf-Feld (typ, bereich, stand) — damit lassen sich Übersichten automatisch erzeugen, ohne dass jemand Listen pflegt.

Der Alltag

Fünf Rituale.

RitualWannWas passiert
EinstiegSitzungsbeginnKI liest Gedächtnis-Zeiger und die relevante Notiz — nicht den alten Chat
ArbeitenlaufendWerkstatt für Rohes, Kanon für Ergebnisse
Stand sichernEnde jedes Arbeitsblocks, automatischNotiz aktualisiert, Zeiger gesetzt, Hub verlinkt, Datum gestempelt
Themenwechselneues ThemaErst Stand sichern, dann frischer Chat — nie in alte Chats zurück
Wochencheckwöchentlich, 10 MinutenInseln finden, Dubletten auflösen, Backlog durchsehen

Warum „nie in alte Chats zurück"? Ein alter Chat kennt nichts, was seitdem passiert ist — und fühlt sich trotzdem nach Kontext an. Das ist gefährlicher als gar kein Kontext. Frischer Chat plus aktuelle Notiz schlägt jeden Verlauf.

Rollen

Die KI schreibt mit. Sie entscheidet nicht.

Die KI übernimmt

  • Notizen anlegen, aktualisieren, datieren
  • Verlinken, in Hubs einhängen, Dubletten melden
  • Zeiger im Gedächtnis pflegen
  • Gespräche zu Notizen verdichten
  • Struktur- und Konventionsbrüche melden

Der Mensch entscheidet

  • Was wahr ist und was gilt
  • Was überhaupt festgehalten wird
  • Wo die Grenzen verlaufen — Bereiche, Vertraulichkeit
  • Freigaben nach außen
  • Zugänge und Geheimnisse

Die Einführung

Drei Schritte bis zum laufenden System.

Schritt 1 · 1 Sitzung

Einrichtung

Du gibst unseren Einrichtungs-Prompt in deine KI. Sie prüft die Umgebung, baut das Gerüst, schreibt die Betriebsanleitung, richtet Gedächtnis und Rituale ein — und sagt dir am Ende namentlich, was sie nicht selbst kann.

Schritt 2 · 1–2 Sitzungen

Erstbefüllung

Bestehendes Wissen wandert kontrolliert ein: pro Bereich ein Stammblatt, danach das Wichtigste. Nicht alles auf einmal — was nicht gebraucht wird, bleibt liegen.

Schritt 3 · laufend

Betrieb

Ab jetzt trägt sich das System selbst. Alle vier Wochen ein Blick auf Inseln, Dubletten und Backlog.

Was du brauchst

  • Ein Markdown-Notiztool (Empfehlung: Obsidian) plus Geräte-Sync
  • Claude Code auf dem Rechner — mit Datei- und Gedächtniszugriff
  • Einen Arbeitsordner als Werkstatt
  • Einen Passwortmanager für alles Geheime

Reifegrade

  • Ordnung — Gerüst steht, Rituale laufen, nichts geht verloren
  • Tempo — Skills und Anbindungen: die KI arbeitet in deinen Systemen, statt nur darüber zu reden
  • Hebel — wiederkehrende Abläufe laufen automatisiert, Wissen wird zum Produkt

Wie es entstanden ist

Selbst gebaut — aus den besten Ideen, die es dazu gibt.

Dieses System ist über Jahre im eigenen Tagesgeschäft entstanden: gebaut, benutzt, korrigiert, wieder gebaut. Dabei haben wir uns angesehen, was zum Thema Wissensarbeit schon gedacht wurde, und uns aus vier Denkschulen genau das genommen, was in der täglichen Arbeit mit KI wirklich trägt. Der Rest ist unsere eigene Entwicklung.

Niklas Luhmann

Zettelkasten: kleine, verlinkte Einheiten schlagen große Dokumente.

Nick Milo

Maps of Content: Hubs statt Ordnergräber — das Netz macht Wissen auffindbar.

Tiago Forte

Building a Second Brain: nach Umsetzbarkeit ordnen, nicht nach Thema.

Steph Ango (kepano)

„File over app": Klartext-Dateien überleben jedes Tool.

Und was daraus unser Beitrag ist. Alle vier Ansätze sind für Menschen gebaut, die lesen. Unserer ist für eine KI gebaut, die arbeitet — und das ändert die Statik: Dazu gehören die vierte Schicht, ein Gedächtnis aus Zeigern statt Kopien, automatisches Stand-Sichern als festes Ritual, die Trennung von Arbeitswissen und Nachschlagewissen und Regeln, die verhindern, dass dieselbe Lernkurve zweimal gelaufen wird. Nichts davon stand vorher irgendwo. Es ist in echter Arbeit entstanden, an echten Kunden erprobt und so lange geschliffen, bis es sich selbst trägt.

Was du davon hast

Jede Sitzung startet informiert.

  • Kein Kontextverlust — die KI weiß, wo ihr stehengeblieben seid
  • Übergabefähig — Urlaub, neuer Mitarbeiter, Agenturwechsel: das Wissen bleibt bei dir
  • Schneller — weniger Rückfragen, mehr Ergebnis
  • Ohne Lock-in — dein Wissen liegt in Textdateien auf deiner Platte

Nächster Schritt

Drei Wege, das zu benutzen.

  • Selbst nachbauen. Diese Seite beschreibt das System vollständig: vier Schichten, sieben Gesetze, fünf Rituale. Mehr braucht es nicht, um anzufangen.
  • Mit dem Einrichtungs-Prompt starten. Ein Text, den du in dein Claude Code einfügst. Er prüft deine Umgebung, baut die Struktur, verankert die Regeln und sagt dir am Ende genau, was du selbst erledigen musst. Wir schicken ihn dir per Mail.
  • Gemeinsam einrichten. Eine Sitzung Aufbau, ein bis zwei Sitzungen Erstbefüllung — danach trägt sich das System selbst.

Der Prompt kostet nichts. Ob daraus mehr wird, entscheidest du danach.